MultiProjecting

Über Produktivität aus den verschiedensten Blickwinkeln

7 Indizien, dass du dir selbst Lügen erzählst

5/28/2008 8:43:00 AM CET

Vor einigen Tagen erschien in der Karrierebibel ein Artikel, der 12 Anhaltspunkte, die oft einen Lügner signalisieren, listete. Für einen Unternehmer ist es wirklich wichtig, die aktuelle Realität zu kennen. Dazu soll man aber nicht nur die Lügen von anderen erkennen, sondern vor allem mit sich selbst ehrlich sein.

In seinem – von mir oft zitierten – Buch „Der Weg zu den Besten“ erwähnt Jim Collins „Konfrontieren mit grausamen Fakten“ („Confront the Brutal Facts“) als ein der abweichenden Faktore zwischen Unternehmen, die ausgezeichnet wurden und jenen, deren Leistung sank. Es ist nicht genug, eine schöne Vision zu haben. Die Mitarbeiter des Unternehmens sollen wissen, wie weit sie von diesem gewissen Ziel sind, was für Hürden auf sie warten. Dazu braucht eine Firma nicht nur ehrliche und intelligente Mitarbeiter, sondern auch Managers, die auf die Rückmeldungen der Kollegen, Kunden und anderen aufpassen.

So sehen wir jetzt einige Indizien für Selbstbetrug:

1. „Das ist einfach perfekt.“
„Wir haben eine neue Produktidee, die wirklich rockt. Die Kunden werden danach verrückt sein, die Investoren werden Schlange stehen.“
„Der neue Mitarbeiter ist einfach fantastisch. Kompetent, nett, zuverlässig, gerade der Gegenteil seines Vorgängers.“
Eine noch gefährlichere Version ist, wenn wir unsere ganze Firma für perfekt halten: wir haben einen hohen Gewinn, die Kunden sind zufrieden, die Mitarbeiter motiviert. Das heißt, dass wir eigentlich nichts zu tun haben. Bequem, aber langfristig nicht haltbar.
Viele Marktführer haben diese schöne Position verloren, weil sie mit der eigenen Leistung unerhört zufrieden waren.
2. „Das ist einfach schrecklich .“
Genauso gefährlich, wie der vorherige Punkt. Wenn etwas total perfekt oder irreparabel furchtbar ist, bedeutet, dass es keinen Entwicklungsweg gibt. Und das ist eine gefährliche Denkweise.
Es gibt verschiedene Denkmethoden, die dabei helfen, sowohl die negativen, als auch die positiven Aspekte einer Idee, einer Situation usw. systematisch zu entdecken. PMI, 6-Hüte-Methode von De Bono usw. – ich kann sie nur empfehlen.
3. „Nichts hat sich verändert.“
Was hat sich in deiner Branche in den letzten 5 Jahren geändert? Wenn du keine 3 verschiedene Antworte auf diese Frage hast, erkennst du höchstwahrscheinlich einige Möglichkeiten und Drohungen einfach nicht.
Die mit dem Punkt 1 kombinierte Version ist besonders gefährlich.
4. Keine Beweise.
Das Bauchgefühl ist bei einem Unternehmer von riesiger Bedeutung. Du musst aber damit in Klaren sein, dass du in einer gewissen Situation auf dieses Gefühl hörst, und damit ein Risiko auf dich nimmst.
5. Nicht überzeugende Beweise und Informationsquellen.
„Der neue Mitarbeiter war leider eine schreckliche Wahl. Er ist besserwisserisch, kann unsere Gewohnheiten einfach nicht akzeptieren. Woher wissen wir das? Kollege X hat das gesagt. Ja, Kollege X hat tatsächlich immer Probleme, besonders mit Neuigkeiten. Aber in diesem besonderen Fall, hat er sicherlich Recht.“
6. „Alle sind einverstanden.“
„Gestern habe ich eine neue Idee präsentiert, und die Kollegen waren alle wirklich begeistert.“ Gefährlich, besonders wenn dieser Satz vom Chef stammt.
Eine der größten Vorteile von Teamarbeit ist, dass die Leute mit verschiedenen Persönlichkeiten, Bildungen usw. verschiedene Aspekte einer Sache sehen können. Das geht verloren, wenn die Mitglieder der Mannschaft oder ihrem Leiter zu loyal sind, und die eigene Meinung lieber für sich selbst halten.
Es ist nicht genug, nach der Meinung der anderen zu fragen. Kritische Bemerkungen sollen ausgesprochen ermutigt werden. Die beim Punkt 2 erwähnten Methoden können dabei viel helfen – lediglich durch Methoden wird aber keine offene Atmosphäre geschafft werden.
7. „Das weiß ich doch am besten.“
Wir alle sehen die Welt von unserer eigenen Perspektive. Es ist immer sinnvoll, die Meinung von anderen zu hören.
So bitte, mach diesen Eintrag wertvoller mit deinem Kommentar!

Réka



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